Leishmaniose des Hundes

Ursachen

Die Leishmaniose des Hundes wird durch Blutparasiten (Leishmania infantis) hervorgerufen. Die Übertragung erfolgt durch Sandmücken, die den Parasiten von infizierten Hunden oder anderen Wirbeltieren (Ratten) aufnehmen und übertragen. Auch der Mensch kann infiziert werden.

Der Erreger und die ihn übertragenden Sandmücken kommen insbesondere in den Mittelmeerländern, aber auch im nahen Osten, Mittelasien, Indien, China, Afrika, Mittel- und Südamerika sehr häufig vor. Diese Regionen gelten damit als Risikogebiete für eine Infektion.

Hunde sind die wichtigste Infektionsquelle für den Menschen. In den Mittelmeerländern sind bereits 2,5 Millionen Tiere infiziert (Baneth, G. et. al. 2008).

Die zunehmende Reiseintensität und Hundeimporte aus den entsprechenden Gebieten haben zu einer Ausdehnung der Erregerverbreitung (des Endemiegebietes) nach Norden geführt (Maroli, M. et al. 2008) geführt.

 

Symptome

Die Symptome betreffen einerseits die Haut mit Entzündungsherden, Haarausfall (insbesondere im Bereich der Augen) und Krallenveränderungen sowie andererseits vorwiegend die inneren Organe, verbunden mit Appetitlosigkeit, Abmagerung, Nasenbluten, Schwellungen der Lymphknoten und Niereninsuffizienz. Im Blut lassen sich entsprechende Veränderungen im Blutbild, bei der Untersuchung der Nierenwerte sowie im Albumingehalt (Abnahme) und Globulingehalt (Zunahme) nachweisen. Ebenso ist ein Antikörpernachweis im Blut möglich, der lange Zeit, auch nach überstandener Erkrankung bestehen bleibt.

 

Therapie

Leishmaniose ist beim Hund nur sehr schwer zu therapieren. Meist bleibt eine chronische Infektion mit hohem Leidensdruck bestehen.

 

Therapeutische Maßnahmen:

1. Megluminantimonat 100 mg/kg i.v. alle 24 h über 3 bis 4 Wochen und Stiboglukonat 30-50 mg/kg i.v.alle 24 h über den gleichen Zeitraum in Kombination mit Allopurinol 20 mg/kg p.o. alle 12-24 h als Langzeitmedikation.

2. Orale Therapie mit Miltefosin 2 mg/kg 1x täglich über 28 Tage. Miltefosin besitzt eine sehr lange Halbwertszeit. Eine Kombination mit Allopurinol scheint einen synergistischen Effekt zu haben. Miltefosin ist in Deutschland nicht erhältlich und der Import über eine internationale Apotheke setzt entsprechende Genehmigungen (Umwidmung) voraus.

Die orale Therapie ist wesentlich besser Verträglich. Ihre Erfolgsaussichten im Vergleich zur oben genannten Infusionstherapie ist noch nicht abschließend geprüft.

 

Prophylaxe

Seit 2012 ist eine Impfung gegen Leishmaniose möglich. Der Impfstoff CaniLeish (Virbac) ist der erste in Europa zugelassene Impfstoff gegen die Leishmaniose des Hundes. CaniLeish reduziert das Risiko einer aktiven Infektion und klinischen Erkrankung nach Kontakt mit Leishmania infantum erheblich. Eine Impfempfehlung gilt insbesondere bei Reisen in Endemiegebiete.

 

Impfregime

Die Impfung mit CaniLeish sollte in einem Abstand von 14 Tagen zu anderen Impfungen erfolgen.

Hunde können ab einem Alter von 6 Monaten geimpft werden.

Die Grundimmunisierung besteht aus 3 Impfungen in einem Abstand von jeweils 3 Wochen.

Der Impfschutz setzt 4 Wochen nach der Grundimmunisierung ein.

Für einen dauerhaften Schutz ist eine jährliche Auffrischungsimpfung notwendig.